von ina1313 » 18.02.2007, 11:39
Hallo Martina,
in meinen Augen ist ein guter Grundschullehrer (damit meine ich immer beide Geschlechter) vor allem ein sehr guter Pädagoge, der mit den unterschiedlichen Eigenschaften der Kinder umgehen kann.
Er muss einfach berücksichtigen, dass nicht alle Kinder angepaßt leben.
Um damit klar zu kommen, muss er ein gewissen Fingerspitzengefühl haben.
Es gibt soo viele Lehrer, die sicher mit den besten Absichten an die Schulen kommen, fachlich sicher spitze sind, tolle, selbstfinanzierte Materialen mitbringen und trotzdem in gewisser Hinsicht scheitern.
Viele sind einfach nicht aus dem Holz geschnitzt, sind schnell genervt und reagieren dann unangebracht. Manche loben viel zu wenig, schimpfen um so mehr. Sind sie dann noch inkonsequent, so ist das ein sehr ungünstiger Cocktail!
Zu meiner Person: Ich bin weiblich und Mutter einer Grundschülerin.
Meine Tochter kommt in der Schule sehr gut klar, doch ich bin trotzdem nicht blind für gewisses unpädagogisches Verhalten.
Da meine Tochter ihrer Lehrerin mag, hoffe ich einigermaßen objektiv zu urteilen.
Interessant ist bei der Sache, dass die strengeren Lehrer gar nicht unbedingt die unbeliebten sind. Die gesamte Klasse ist dann einfach ruhiger, die Kinder können sich leichter konzentrieren, sind also eher bei der Sache und habe daher auch mehr Spaß.
Inkonsequenz wird von den Kinder sofort als große Schwäche erkannt. Und gerade Kinder, die sich trotzdem an die vom Lehrpersonal aufgestellten Regeln halten, empfinden Inkonsequenz als große Ungerechtigkeit.
Ein guter Lehrer schafft es also, alle Gemüter gleichsam positiv, aber bestimmt, zur Ruhe zu bringen und auf den Stoff zu konzentrieren.
Hier geht es nicht nur um den Frontalunterricht, sondern auch vor allem um die Freiarbeit. Wer kann sich auf seine Aufgaben konzentrieren, wenn ständige Unruhe herrscht?
Wen wundert es da, dass manche Schüler mündlich (im Frontalunterricht oder Stuhlkreis) und bei Klassenarbeiten (da wird ja auf Stille bestanden) super abschneiden, aber bei der Freiarbeit nicht viel schaffen?
Ein guter Lehrer sollte weiterhin auch im Umgang mit den Eltern eine gewisse Führungsqualität zeigen. Wenn der Lehrer schon den Eindruck erweckt, dass er nicht weiß, wo es langgehen soll, wer denn dann?
Ein Lehrer wirkt dann positiv auf die Eltern, wenn der Informationsfluss gut fließt, Elternabende gut vorbereitet und strukturiert ablaufen und den Eltern alle Klassen-/Schulregeln verständlich nähergebracht werden.
Wer als Eltern gut nachvollziehen kann, warum was in der Schule geschieht, kann viel besser die Arbeit des Lehrers unterstützen.
Aber es scheint, als wollten manche Lehrer alles im Alleingang schaffen, am liebsten ganz auf die Mithilfe der Eltern verzichten.
Leider gibt es auch immer mehr Eltern, die daheim über die Lehrer herziehen und dies eben auch vor den Ohren der Kinder tun. Dass diese ihren Lehrer dann nicht respektieren, ist wohl leicht nachzuvollziehen.
Meist tritt dies aber dann auf, wenn die Eltern kein Verständnis für die Handlungen/Entscheidungen des Lehrers aufbringen.
Sicher kann es selbst der beste Lehrer nicht schaffen, 100% der Eltern zu überzeugen. Aber die Quote könnte deutlich besser aussehen, als es in den meisten Klassen der Fall ist.
In der 1. Klasse war mir übrigens aufgefallen, dass es an der Schule sehr viele Regeln gibt, die es so nicht im Kindergarten gab. Das mag gut so sein, aber es würde wirklich helfen, wenn es darüber eine schriftliche Info gäbe (z.B. zum Toilettenpapier).
Natürlich weisen die Lehrer die Kinder darauf hin. Aber viele Erstklässler haben am Anfang über so vieles nachzudenken, dass sie vieles einfach nicht mitbekommen oder vergessen.
Könnte man es zu Hause in Ruhe besprechen, würden manche Probleme sicher erst gar nicht auftreten.
Sorry, dass es ein Roman geworden ist.
Lg,
Ina
Ich denke - also bin ich.