brauche Rat

was tun, wenn's nicht so rund läuft?
Hier können auch Fragen zu Legasthenie, Dyskalkulie, ADS/ADHS, Konzentrationsschwäche o.ä. thematisiert werden.

brauche Rat

Beitragvon finchen » 20.03.2007, 12:58

hallo,

ich bin neu hier, habe aber schon viel gelesen und nun würde ich gerne etwas zu meinem speziellen Problem erzählen und um um Rat und Hilfe bitten:

Lange Vorgeschichte aber ich versuche es kurz zu machen, mein Sohn hat ADHS, ich weiß das ist heute nichts besonderes mehr um nicht direkt zu sagen das es eine " Moderscheinung "ist. Nichts desto trotz sind die Probleme die man dadurch hat nicht geringer.


Mein Sohn ist 8( wird im August 9) und geht in die zweite Klasse. Schon ein halbes Jahr vor Einschulung machte mich die Rektorin der Schule darauf aufmerksam das er ein besonderes unruhiges Kind ist und das ich auf jeden Fall mich mit den Gedanken anfreunden solle meinem Kind Ritalin zu geben. Logisch ich hab mich dagegen gewehrt und wollte es erstmal so versuchen. Zu Anfang ging es auch entgegen jeder Erwartung gut, er hatte Spass am lernen .( endlch im Kindergarten hat man überhaupt nichts mit ihm an Förderung gemacht) . Dann kam irgendwann der Einbruch, nichts funktionierte mehr und das schlimme war das er es selbermitbekam und weinte. Nach sehr langem hin und her und vielen Untersuchungen habe ich mich dann entschlossen ihm Ritalin zu verabreichen. Das nimmt er jetzt seit Anfang Januar. Er kommt ganz gut mit dem Medikament klar und seine Konzentration ist auch viel besser geworden. Ganze drei Monate ging es aufwärts, so dachten wir. Er war in der Lage endlich alle Test mitzschreiben so wie alle anderen auch. In Deutsch eine zwei, in Rechnen eine ausreichend. Aber Mathe ist sein großes Problem deswegen haben wir eine Nachhilfe eingestellt und ich habe ihn auf Diskalkulie testen lassen.

Vor ca zwei Wochen kam dann wieder der große Einbruch, auf einmal hieß es er würde nicht mehr richtig aufpassen, nichts mehr mitbekommen( ich fasse mich jetzt kurz , ganz viel wurde gesagt aber ich möchte mich auf das wesentliche beschränken) zuerst ein Gespräch mit der Rektorin die mich danach fragte wie es mit meinem Sohn läuft. Danach ein Gespräch mit der Lehrerin die mir ganz deutlich sagte das sie dazu tendiert ihn zurückzusetzen, wir hätten zu spät mit dem Ritalin angefangen und die lücken wären zu groß . Völlig fertig habe ich ( leider) meinem Sohn direkt von dem Gespräch erzählt, er fing an zu weinen und meinte das er nicht aus der Klasse raus will. Er muß wohl am nächsten Tag eine Bemerkung zur Lehrerin gemacht haben, denn diese sprach mich daruf an das ja noch nichts fest steht und das ganze erst in einer Klassenkonferenz geprüft würde. Ich solle mir mal ein ruhiges Wochenende mit ihm machen. Zudem hatte mein Sohn in der Woche eine Mittelohr Entzündung so das ich dem Rat der Lehrerin nachkam und ihn an dem Wochenende mit nichts schulischem belastet habe.

So: ........wie ich heute erfahren habe, hatt sie just nach dem WE am Montag die Kinder einen Mathetest schreiben lassen, mit lauter Sachen mit denen mein Sohn tatsächlich noch Schwierigkeiten hat. Der Test ist katastrophal ausgefallen, ein ungenügend sozusagen. Super nun haben sie endlich den Beweis in der Hand das mein Sohn tatsächlich nicht in der Lage ist diese Klasse weiter su besuchen und zurück gestuft werden muß. Vor diesem Test waren meine Argumente immer das er doch eigentlich jetzt ganz gute Noten schreibt und mitkommt, aber jetzt...................

.......... weiß ich nicht mehr weiter. Ich bin überzeugt das wenn sie neinen Sohn jetzt zurück stufen, die Probleme noch größer werden. Er muß aus seiner geliebten Klasse raus, ( die KLassengemeinschaft ist wirklich gut). Eine andere Lehrerin dazu kommt noch das er dann wahrscheinlich gar nicht mehr lernen wird weil er denkt das es sowieso nichts bringt. Was dann??? Sonderschule??? Mein Sohn ist wirklich inteligent genug diese Schule genau so gut wie andere Kinder zu schaffen.

Der Test auf Diskalkulie ist negative ausgefallen, also ist das auch kein Grund mehr ihn nicht zurückzustufen. Ist es üblich so mitten im Jahr Rückstufungen vorzunehmen. Als ich zur Schule ging war es einfacher: wir bekamen Zeugnisse, fielen die nicht gut genug aus sind wir nicht versetzt worden. Aber die Kinder heute, ist das eine Ermessens bzw. Gefühlssache der Lehrerin ob ein Kind versetzt wird oder nicht?
Welche Möglichkeiten habe ich, an wen kann ich mich wenden. Habe ich Mitspracherecht bei solchene Entscheidungen?( NRW). Hat jemand sowas ähnliches Erlebt und kann mir Tips geben wie ich mich jetzt am besten verhalte? Ich selbst weiß es nicht mehr.........

ich freu mich über alle antworten......... Danke
finchen
 
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Beitragvon oh-ein-papa » 20.03.2007, 23:57

Zur rein rechlichen Seite: hier kannst Du Dich schlau lesen:
http://www.bildungsportal.nrw.de/BP/Sch ... index.html
Ich persönlich denke, im laufenden Schuljahr ist in NRW eine Rückstufung nur mit dem Einverständnis der Eltern möglich. Jedenfalls kenne ich keine Regelung dafür im Schulgesetz.

Was nun sinnvoll ist und was nicht steht natürlich auf einem anderen Blatt.
Dass die ganze Klasse mit einer schwierigen Mathearbeit traktiert wird, nur damit sie Deinen Sohn besser zurückstufen können, halte ich für etwas weit hergeholt.

- Martin
Es ist sehr unwahrscheinlich, dass das Unwahrscheinliche nie passiert.
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Beitragvon finchen » 21.03.2007, 14:27

vielen Dank für deine Antwort und den Link, ich werde mich später versuchen da reinzulesen und mich schlau machen..

Ich habe gar nicht behauptet das der Test nur geschrieben wurde um meinen Sohn zurückstufen zu können. Es ist nur vielmehr so das die Lehrerin mir geraten hat dieses WE nicht mit meinen Sohn zu üben und ihn mal zur Ruhe kommen zu lassen. Und nachdem WE hat sie dann den Test geschrieben. Das mein Sohn Probleme im Rechnen hat steht außer Frage nur hätten wir beide uns dann darauf vorbereiten können und der Test wäre nicht ganz so katastrophal ausgefallen. Immerhin hat er es sonst immernoch auf ein ausreichend geschafft. Ich gebe gerne zu das mein Sohn Probleme hat, das er mehr tun muß als andere Kinder aber immerhin kann ich ihn zur Zeit noch mutivieren auch dieses an "Mehr" zu tun, ich befürchte das er mir dann entgleitet, denn die Zürückstufung wäre ein ganz harter Schlag für ihn.

Aus dem Grund allein halte ich es schon für Sinnvoll alles was in meiner Macht steht auch zu versuchen um das abzuwenden. Es war noch nie einfach, man muß eben für alles kämpfen. Ich möchte das mein Sohn diese vier Jahre in der Grundschule einigermaßen sicher schafft, danach kann ich ihn sowieso nicht auf eine Gesamtschule geben, da würde er untergehen............. wie gesagt ich kann nicht aufgeben
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Beitragvon meol » 21.03.2007, 22:52

Bei uns an der Grundschule werden die Kinder kurz vor Schuljahresende zurückgestuft, so dass sie schon mal Kontakte zu den neuen Klassenkameraden knüpfen können.
Natürlich ist eine Zurückstufung nicht schön, manchmal aber nict die schlechteste Lösung. Durch dann erzielte bessere Leistungen sind manche Kinder auch wieder motivierter.

Warum sollte Dein Sohn keine Gesamtschule besuchen können?
Mein Sohn hat auch ADS und wird nach den Somerferien eine Gesamtschule besuchen.
Sie bieten dort viele Fördermöglichkeiten an, ihm bleiben noch lange alle Wege offen und ich glaube nicht, dass er dort untergehen wird. Die Lehrer dort scheinen (zumindest an dieser Schule) recht motiviert und bestrebt zu sein, die Kinder gut zu fördern.

Schöne Grüße,
meol
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Beitragvon sams » 23.03.2007, 12:36

Hallo Finchen,

Schon ein halbes Jahr vor Einschulung machte mich die Rektorin der Schule darauf aufmerksam das er ein besonderes unruhiges Kind ist und das ich auf jeden Fall mich mit den Gedanken anfreunden solle meinem Kind Ritalin zu geben.


Wie kam sie darauf :?: meines Wissens bedarf es doch einer ziemlichen langen Testreihe bis ein ARZT!!! Ritalin verordnet.

Habe selber ein Kind dass sehr unruhig ist und die Lehrerin hatte auch den Wunsch dass er Ritalin bekommt, habe meinen Sohn ausgiebig testen lassen und es wurde lediglich eine Konzentrationsschwäche festgestellt und wir haben neben Ergotherapie und Sportprogramm für meinen Sohn ein Belohnungssystem eingeführt dass ihn motiviert sich im Unterricht mehr zu konzentrieren und nicht zu stören. Das klappt sehr gut!

Nicht dass ich generell ein Gegner von Ritalin bin es gibt sicher Fälle bei denen dass notwendig ist. Ein ADS-Spezialist sagte mir zu diesem Thema,
dass solche Kinder aber nicht erst in der Schule auffällig werden sondern auch zuhause nicht in der Lage sind einen normalen Tagesablauf durchzustehen. Wenn es bei deinem Sohn nach drei Monaten nicht mehr wirkt....würde mich stutzig machen.

Danach ein Gespräch mit der Lehrerin die mir ganz deutlich sagte das sie dazu tendiert ihn zurückzusetzen, wir hätten zu spät mit dem Ritalin angefangen und die lücken wären zu groß.


Welche Fördermöglichkeiten hatte die Schule denn angeboten? Du hast doch mit ihm geübt und eine Nachhilfe eingestellt.

Ich denke mal dass dein Sohn nicht wirklich viel Spaß in dieser Zeit (er mußte lernen die anderen Kinder durften spielen) hatte und jetzt soll er zum Dank aus der geliebten Klasse raus.... kein wunder wenn er sich mies fühlt.


[/quote]Was dann??? Sonderschule??? Mein Sohn ist wirklich inteligent genug diese Schule genau so gut wie andere Kinder zu schaffen.

Lass dich deswegen nicht so sehr verunsichern übe weiter mit ihm und stärke ihm den Rücken. Vielleicht hilft es dir auch wenn Du mal mit anderen Eltern sprichst und sie bittest mal zu berichten wie die anderen Kinder in Mathe klar kommern. Wenn dein Sohn so beliebt ist findet sich doch auch bestimmt jemand mit dem er zusammen Hausaufgaben machen kann dann bekommst Du vielleicht einen besseren Überblick und weißt wo du deinem Sohn helfen mußt.

Also, weiter kämpfen und bitte nicht Gesamtschule mit Gymnasium verwechseln, ich wünschte ich könnte meinen Sohn später auf eine Gesamtschule schicken. Ich bin selber bis zur 10. in einer gewesen und fand es toll, dass jeder die Chance hatte alles zu erreichen ( wenn man dass selber auch will :? )

VG Sams
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