Ein paar Freunde von mir haben in den letzten 2 Jahren eine Seminarfacharbeit zum Thema "Mathematisch hochbegabte Grundschüler" erstellt zu dessem Kolloquium ich war.
Ich hab mir damals eine Broschüre von ihnen mitgenommen und kann ja mal ein paar Sachen abtippen.
Also es gibt einmal UNDERACHIEVER (hochbegabte Schulversager) und einmal MOTIVIERTE HOCHBEGABTE.
Underarchiever:
- arbeiten bevorzugt alleine, meiden soziale Kontakte
- weisen überhebliches Verhalten gegenüber Mitschülern und Lehrern auf
- zeigen beabsichtigt nachlässige Haltung gegenüber Arbeitsaufträgen
- spielen den Klassenclown um im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen
- suchen Streit als geistige Beschäftigung
- sind schon als hyperaktiv bezeichnet wurden, entwickeln "Ticks"
- fallen als geistig abwesen auf
Natürlich muss nicht alles zutreffen!
Motivierte Hochbegabte:
- überragen ihre Altersgenossen in ihrem Wissen weit
- setzen sich mit "Erwachsenenproblemen" (z.B. Politik, Wirtschaft, Umwelt) auseinander
- weisen einen ausgeprägten Hang zur Perfektion auf
- fungieren gern als Streitschlichter
- bringen unübliche, aber gut durchdachte, Lösungsvorschläge
- lieben ununterbrochenes querfragen und diskutieren
- legen äußerst komplexe Denkstrukturen an den Tag
- lernen selbstständig auf einem hohen Niveau
- betrachten eigene Leistungen äußerst kritisch
- fallen durch Umgang mit einem besonders ausgeprägten Vokabular auf
Der Weg zur individuellen Begabtenförderung baut sich Schritt für Schritt aufeinander auf. Ausgangspunkt ist der Verdacht auf Begabung anhand der aufgelisteten Kennzeichen, wobei nicht alle Faktoren zwingend zutreffen müssen.
1. Sprechen Sie mit Lehrern, Eltern etc. über die Vermutung, um die Förderung und konkrete Diagnostizierung in Kooperation mit spezialisierten Fachkräften in die Wege zu leiten.
2. Geben Sie dem Kind das Gefühl, vollkommen ernst genommen zu werden.
3. Gliedern Sie die Begabung mit in den normalen Schulalltag ein und gestatten Sie Freiräume durch differenzierten Unterricht (Projektarbeit, Vorträge, Exkursionen...).
4. Zeigen Sie Interesse an den Lösungsvorschlägen des Kindes und legen Sie Wert auf deren Aufzeichnung.
5. Um Wiederholungen und Unterforderungen zu vermeiden, fordern Sie das Kind mit sich qualitativ steigernden Extraaufgaben.
6. Konfrontieren Sie das Kind mit unbekannten Themenbereichen, um dessen Kreativität anzuregen.
7. Ermutigen Sie das Kind zur Teilnahme an außerschulischen Aktivitäten.
8. Legen Sie Wert darauf, dass das Kind auch elementare Aufgaben bewusst bearbeitet.
Wichtige Hinweise:
- Seien Sie aufgeschlossen gegenüber solch einer ungewöhnlichen Herausforderung.
- Geben Sie nicht gleich auf! Auch Rückschläge sind Teil des Lernprozesses.
- Begabte sollten nicht als isolierte Sondergruppe betrachtet werden, sondern in die Gesellschaft integriert werden.
- Helfen Sie dem Kind seine komplexen Denkstrukturen geordnet auszudrücken.
- Stülpen Sie dem Kind nicht die Rolle des Hilfslehrers über.
- Ermutigen Sie das Kind zur Selbstständigkeit und Eigeninitiative.
- Eine ausgewogene Lehrer-Schüler-Beziehung ist Grundlage jeglicher Fördermaßnahmen.
Da jeder Mensch eine individuelle, facettenreiche Persönlichkeit besitzt, stellt diese Broschüre lediglich einige Richtlinien zur optimalen Entfaltung der Begabung dar.
Anlaufstellen:
Deutsche Gesellschaft für das hochbegabte Kind e.V.
http://www.dghk-thueringen.de
Schulpsychologischer Dienst in Thüringen
http://www.schulpsychologie.th.schule.de
Bildungscamp Christes e.V.
http://www.bildungscamp.de
Regionalzentrum Ostthüringen
http://www.regionalzentrumostthueringen.de
Stand: Oktober 2007
Achtung:
Diese Broschüre richtet sich in erster Linie an Lehrer, deshalb weiß ich nicht ob sie unbedingt hilfreich ist. Weiterhin komme ich aus Thüringen, weshalb sich die obengenannten Adressen wahrscheinlich auch größtenteils auf Thüringen beziehen. Vielleicht konnte ich aber trotzdem ein bisschen helfen.
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