Hochbegabung

was tun, wenn's nicht so rund läuft?
Hier können auch Fragen zu Legasthenie, Dyskalkulie, ADS/ADHS, Konzentrationsschwäche o.ä. thematisiert werden.

Hochbegabung

Beitragvon Manu2 » 25.06.2007, 19:07

Hallo,
mein Sohn (3.Klasse) ist hochbegabt. Zumindest sagt das der IQ-Test. Leider verzweifle ich langsam, das dennoch seine Leistungen grottenschlecht sind. Habe mich auch schon an den Verein DGhK gewandt, gehe zu deren Elternversammlungen und stehe mit einer Psychologin (Spezialisierung auf diesem Gebiet) in Kontakt. Leider nimmt das alles nicht meinen Frust, den ich so kurz vor den Sommerferien habe. Jeder der sich mit diesem Thema auskennt, rät mir, ich soll meinen Sohn eine Klasse springen lassen. In unserem Fall heißt das von 3. Klasse auf 5.Klasse Gym.
Ich bezweifle das er damit Erfolg hätte.

Gibt es da draußen Leidensgenossen? Wenn ja, bitte teilt mir mit, wie Ihr damit umgeht bzw. welche Erfahrungen habt ihr mit Klassenspringen gemacht.

Liebe Grüße manu2
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Beitragvon Manu2 » 27.06.2007, 14:03

Hallo, bitte nicht nur lesen. Wenn Ihr dazu was aussagen könnt, bitte auch antworten.

Danke!
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Beitragvon pepe » 28.06.2007, 10:39

Hallo, vielleicht auch mal nach spezielleren Seiten und Foren suchen?

Kluge Kinder
TOKOL

Bitte,
Peter
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Beitragvon oh-ein-papa » 28.06.2007, 23:53

Hochbegabt sind per definitionem nur wenige der Kinder. Und davon ist noch jedes anders. Es ist auch nicht gesichert, dass hochbegabte Kinder mehr schulische Probleme haben als andere Kinder. Für so ein Spezialgebiet fehlt hier vielleicht die nötige "Dichte".

Schau doch mal hier rein:
http://forum.mysnip.de/list.php?10520
Da trudeln fast im Minutentakt Nachrichten ein.
Und Probleme über Probleme...

Grüße,
Martin
Es ist sehr unwahrscheinlich, dass das Unwahrscheinliche nie passiert.
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Beitragvon Labertasche » 11.02.2008, 18:17

Ich glaube, dass das schwierig zu beantworten ist. Ich würde zu einem Profi gehen- zum Psychologen und mit der Schule sprechen. So etwas ist wahrscheinlich zu schwer, um es alleine zu entscheiden- das wäre mein Tipp, als auch nicht-Profi :D

Von so einem Fall gehört habe ich erst einmal: Da war das hochbegabte Kind auch schlecht in der Schule, wie sich später herausgestellt hat, aus purer Langeweile. Aber das ist wahrscheinlich bei jedem Kind anders und wahrscheinlich gibt es für Probleme dieser Art kein Patentrezept: Trotzdem viel Glück.
Ein neuer Tag,
Ein neuer Plan,
Ich fang an
Labertasche
 
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Beitragvon >>Lisa<< » 12.02.2008, 18:51

Ein paar Freunde von mir haben in den letzten 2 Jahren eine Seminarfacharbeit zum Thema "Mathematisch hochbegabte Grundschüler" erstellt zu dessem Kolloquium ich war.
Ich hab mir damals eine Broschüre von ihnen mitgenommen und kann ja mal ein paar Sachen abtippen.

Also es gibt einmal UNDERACHIEVER (hochbegabte Schulversager) und einmal MOTIVIERTE HOCHBEGABTE.

Underarchiever:
- arbeiten bevorzugt alleine, meiden soziale Kontakte
- weisen überhebliches Verhalten gegenüber Mitschülern und Lehrern auf
- zeigen beabsichtigt nachlässige Haltung gegenüber Arbeitsaufträgen
- spielen den Klassenclown um im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen
- suchen Streit als geistige Beschäftigung
- sind schon als hyperaktiv bezeichnet wurden, entwickeln "Ticks"
- fallen als geistig abwesen auf
Natürlich muss nicht alles zutreffen!

Motivierte Hochbegabte:
- überragen ihre Altersgenossen in ihrem Wissen weit
- setzen sich mit "Erwachsenenproblemen" (z.B. Politik, Wirtschaft, Umwelt) auseinander
- weisen einen ausgeprägten Hang zur Perfektion auf
- fungieren gern als Streitschlichter
- bringen unübliche, aber gut durchdachte, Lösungsvorschläge
- lieben ununterbrochenes querfragen und diskutieren
- legen äußerst komplexe Denkstrukturen an den Tag
- lernen selbstständig auf einem hohen Niveau
- betrachten eigene Leistungen äußerst kritisch
- fallen durch Umgang mit einem besonders ausgeprägten Vokabular auf

Der Weg zur individuellen Begabtenförderung baut sich Schritt für Schritt aufeinander auf. Ausgangspunkt ist der Verdacht auf Begabung anhand der aufgelisteten Kennzeichen, wobei nicht alle Faktoren zwingend zutreffen müssen.

1. Sprechen Sie mit Lehrern, Eltern etc. über die Vermutung, um die Förderung und konkrete Diagnostizierung in Kooperation mit spezialisierten Fachkräften in die Wege zu leiten.
2. Geben Sie dem Kind das Gefühl, vollkommen ernst genommen zu werden.
3. Gliedern Sie die Begabung mit in den normalen Schulalltag ein und gestatten Sie Freiräume durch differenzierten Unterricht (Projektarbeit, Vorträge, Exkursionen...).
4. Zeigen Sie Interesse an den Lösungsvorschlägen des Kindes und legen Sie Wert auf deren Aufzeichnung.
5. Um Wiederholungen und Unterforderungen zu vermeiden, fordern Sie das Kind mit sich qualitativ steigernden Extraaufgaben.
6. Konfrontieren Sie das Kind mit unbekannten Themenbereichen, um dessen Kreativität anzuregen.
7. Ermutigen Sie das Kind zur Teilnahme an außerschulischen Aktivitäten.
8. Legen Sie Wert darauf, dass das Kind auch elementare Aufgaben bewusst bearbeitet.

Wichtige Hinweise:
- Seien Sie aufgeschlossen gegenüber solch einer ungewöhnlichen Herausforderung.
- Geben Sie nicht gleich auf! Auch Rückschläge sind Teil des Lernprozesses.
- Begabte sollten nicht als isolierte Sondergruppe betrachtet werden, sondern in die Gesellschaft integriert werden.
- Helfen Sie dem Kind seine komplexen Denkstrukturen geordnet auszudrücken.
- Stülpen Sie dem Kind nicht die Rolle des Hilfslehrers über.
- Ermutigen Sie das Kind zur Selbstständigkeit und Eigeninitiative.
- Eine ausgewogene Lehrer-Schüler-Beziehung ist Grundlage jeglicher Fördermaßnahmen.

Da jeder Mensch eine individuelle, facettenreiche Persönlichkeit besitzt, stellt diese Broschüre lediglich einige Richtlinien zur optimalen Entfaltung der Begabung dar.

Anlaufstellen:

Deutsche Gesellschaft für das hochbegabte Kind e.V.
http://www.dghk-thueringen.de

Schulpsychologischer Dienst in Thüringen
http://www.schulpsychologie.th.schule.de

Bildungscamp Christes e.V.
http://www.bildungscamp.de

Regionalzentrum Ostthüringen
http://www.regionalzentrumostthueringen.de

Stand: Oktober 2007



Achtung:
Diese Broschüre richtet sich in erster Linie an Lehrer, deshalb weiß ich nicht ob sie unbedingt hilfreich ist. Weiterhin komme ich aus Thüringen, weshalb sich die obengenannten Adressen wahrscheinlich auch größtenteils auf Thüringen beziehen. Vielleicht konnte ich aber trotzdem ein bisschen helfen.



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Ich studiere seit dem WS 08/09 in Erfurt Grundschullehramt.
Hauptstudienrichtung: Pädagogik der Kindheit
Nebenstudienrichtung: ev. Religionslehre
- also wer Fragen hat kann sich melden. ;)
Lg, Lisa
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Beitragvon Manu2 » 13.02.2008, 15:09

Hallo

mittlerweile hat sich bei uns einiges getan. Hochbegabung steht immernoch, aber mit ADS. Chaos pur.

Kann ich mehr Infos zu Underarchiever bekommen? NAch dem ich den letzten Beitrag gelesen habe, glaube ich, das unser Sohn ein Underarchiever ist, wobei vieles von motivierten Hochbegabten auch zu trifft:

- weist überhebliches Verhalten gegenüber Mitschülern und Lehrern auf
- zeigt beabsichtigt nachlässige Haltung gegenüber primitiven Arbeitsaufträgen
- spielt den Klassenclown um im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen
- fällt als geistig abwesen auf

- überragt seine Altersgenossen in ihrem allgmeinen Wissen weit
- setzt sich mit "Erwachsenenproblemen" (z.B. Politik, Wirtschaft, Umwelt) auseinander
- weist einen ausgeprägten Hang zur Perfektion auf
- fungieren gern als Streitschlichter, hoher Gerechtigkeitssinn
- bringt unübliche, aber gut durchdachte, Lösungsvorschläge
- liebt ununterbrochenes querfragen und diskutieren
- betrachten eigene Leistungen äußerst kritisch

Naja, mittlerweile hat die Schule eine psychatrische Tagesdiagnostig erwirkt (die Alternative war: Förderschule E - für Erziehungshilfe). Des weiteren bekommt er gg. ADS das Medikinet.

Wir haben wirklich allesversucht, und unseren eigenen Weg gefunden. Mit der Schule ist nicht mehr reden, alles auf stur gestellt (nicht durch uns). Nun wechselt er die Schule.

Allerdings sollte erwähnt werden, das er nicht der einzige in seiner Klasse ist, es gibt 4 weitere hochbegabte Kinder. Die Lehrerschaft kann damit nicht umgehen.

Danke für die Infos.

Liebe Grüße Manu
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Beitragvon >>Lisa<< » 13.02.2008, 17:45

Manu2 hat geschrieben:Kann ich mehr Infos zu Underarchiever bekommen? NAch dem ich den letzten Beitrag gelesen habe, glaube ich, das unser Sohn ein Underarchiever ist, wobei vieles von motivierten Hochbegabten auch zu trifft:


Ich würde dir gerne weitere Infos geben, aber alles was über Underarchiever in der Broschüre stand hab ich rausgeschrieben. Versuch doch mal im Internet zu suchen, vielleicht wirst du da fündig. Es gibt doch sicher auch spezielle Foren, die sich mit dem Thema auseinandersetzen, oder? Da kann man dir vielleicht weiter helfen als hier.
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Lg, Lisa
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Motivation ist wichtig

Beitragvon Lakritz » 03.03.2008, 22:47

Hallo,

bin alleinerziehend, mein Sohn ist sechs und laut Test ebenfalls hochbegabt.
Der Unterricht ist ihm zu langweilig. Also passt er gar nicht erst auf, schreibt Arbeiten gar nicht erst mit. Ich sitze regelmäßig abends und hole mit ihm den Schulstoff nach. Durch die eigenen "Arbeitsblätter" konnte ich ihn ein bisschen mehr motivieren. Na gut, er ist erst erste Klasse, aber wir lesen dann eben nicht die Fibel sondern seine Kinderbücher.
Von den Lehrern kann ich auch nicht viel Hilfe erwarten, da der kleine gerade am Schulanfang durch seine Aggressivität und passive Arbeitshaltung aufgefallen ist. Was ja irgendwie reinpasst. Hier haben wir ganz viel mit Rollenspielen gearbeitet, über Nachrichtensendungen und mit was-wäre-wenn. :x
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