Zeugnis- 1 Klasse -LESEN

was tun, wenn's nicht so rund läuft?
Hier können auch Fragen zu Legasthenie, Dyskalkulie, ADS/ADHS, Konzentrationsschwäche o.ä. thematisiert werden.

Zeugnis- 1 Klasse -LESEN

Beitragvon anja79 » 07.07.2007, 2:14

Hallo,
heute gab es das erste Zeugnis für meinen Sohn.Leider verunsichert mich ein Satz sehr vielleicht kann mir jemand was dazu sagen ?!
Ich zitiere mal den ganzen Text
"Melvin kennt die gelernten Buchstaben,verwechselt bisweilen aber noch ähnlich klingende Laute.Geübte Texte kann er langsam vorlesen,fremde Texte bereiten ihm jedoch noch Probleme.Da ihm das Lesen längerer Wörter und schwieriger Lautverbindungen schwer fällt,neigt er dazu,Wörter aufgrund des Wortanfangs zu erraten und macht sich nicht immer die Mühe,diese zu erlesen.Infolgedessen kann er den Inhalt noch nicht sicher erfassen.Beim Aufschreiben geübter Sätze und Wörter macht er noch einige Fehler.---OK das habe ich ja verstanden ,ich weiß auch das er Lesen überhaupt nicht mag ,ABER jetzt kommt der Satz der mich beunruhigt!!! "Melvin muss fleißig Lesen üben,um erfolgreich am Unterricht der zweiten Klasse teilnehmen zu können. ---Ok er muss fleißig üben hab ich auch verstanden.Aber will die Lehrerin damit ausdrücken wenn er weiter so Probleme hat beim Lesen das er dann sehr wahrscheinlich sitzen bleibt???
Mache mir jetzt schon totale Sorgen,habe meinem Sohn auch gesagt wir werden jeden Tag eine halbe Stunde üben.Mir kam in den Sinn, ein Buch mit einfachem Lesetext mit ihm zusammen zu Lesen,hat jemand eine Idee welches Buch??
Sorry für den langen Text

lg
Anja
anja79
 
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Beitragvon tizi » 07.07.2007, 10:21

Ich glaube jetzt nicht, dass er unbedingt gleich durchfällt.
Aber es ist Tatsache, dass das LEsen und vorallem das Leseverständnis in allen Fächern gebraucht wird.
Schließlichmüssen die Arbeitsaufträge verstannden werden.
Und in der zweiten Klasse werden die Arbeitsaufträge immer weniger erklärt, da die Schüler ja auch selbstständiger werden sollen.

Ich würde die raten, such zusammen mit deinem Sohn ein Buch aus.
Für den Anfang könntest du ja ein buch nehmen, in dem die Namenwörter durch Bilder ersetzt sind. Von vielen Verlagen gibt es ja Lesestufen, daran kannst du dich gut orientieren.

Schau doch mal unter: www.leseland.de nach. Die haben gute Bücher zu recht günstigen Preisen. Da kannst du nach Themen suchen und es steht dabei was für Leseanfänger geeignet ist.

Lass ihn auch immer wieder das was er gelesenhat mit eigenen Worten zusammen fassen. So lernt er zu verstehen, was er liest.

Ich wünsche euch viel ERfolg und vorallem, dass dein Sohn Spaß am Lesen hat.
tizi
 
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Beitragvon XYZ » 08.07.2007, 23:27

Schau doch auch mal auf www.antolin.de
und gib das mal gleich als Tipp an eure Schule weiter. ;)

Meine Kinder sind begeistert davon..

Die Kinder können nach Lesen eines Buches Fragen auf der Seite beantworten und so Punkte sammeln. Bei einer gewissen Anzahl von Punkten gibt es eine durch die Lehrerin ausgedruckte Urkunde.

Auf jeden Fall findest du da aber auch Bücher nach Klassenstufe und/oder Themen sortiert.
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Beitragvon meol » 09.07.2007, 13:43

Habt Ihr das Zeugnis nicht mit der Lehrerin besprochen? Bei uns ist es in der ersten und zweiten Klasse so üblich (ich glaube, im dritten war es auch noch so), dass die Zeugnisvergabe zusammen mit einem letzten Elternsprechtag im Schuljahr stattfand. So konnten gleich alle Fragen geklärt werden.
So würde ich mich gleich nach den Ferien mit der Lehrerin zusammensetzen und genauer nachfragen und mir Tips zum Üben geben lassen.
Jeden Tag eine halbe Stunde lesen finde ich relativ viel. Und so unter Druck, wohlmöglich noch in den Ferien, nimmt wahrscheinlich noch die letzte Leselust. Ich habe mit meinem Sohn abends vor dem Schlafen zusammen gelesen. Einen Absatz er, einen ich. Und wenn er mal müde war, gab es auch nochmal eine Gute-Nacht-Geschichte nur von der Mama.
Schöne Grüße,
meol
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Beitragvon XYZ » 09.07.2007, 14:11

Ich finde eine halbe Std. auch viel

Vielleicht wären so Leseröllchen auch eine Idee.
Also mit etwas anspruchsvolleren Texten..
Gerade in den Ferien, z.B.

"Heute fahren wir in den Zoo und schauen uns die Ameisenbären an.
Wenn du mir sagen kannst, wie viele du im Zoo gefunden hast, bekommst du dort ein Eis."
XYZ
 
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Beitragvon anja79 » 20.07.2007, 2:52

Hallo @ all,
danke für die Antworten ,habe Eure tipps auch beherzigt.Nur möchte mein Sohn nur mit grossen Widerwillen lesen..ok dann habe ich erstmal versuch ihm was vor zu lesen,vielleicht hätte das ja die Lust erweckt das er mal ein,zwei Sätze selbst liest.Nein Lesen ist Doof und er hat ja soooooolche Bauchschmerzen!!Einfache Texte die aus 4-5 Sätzen bestehen,versteht er denn Inhalt nicht,ich habe es Ihm immer wieder vorgelesen bestimmt 12 mal,er konnte mir nur vorgekommene Wörter wieder geben..bin echt am verzweifeln was mache ich nur???
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Lesen

Beitragvon Heidelinde » 20.07.2007, 7:17

Hallo Anja,
ich kann Dich gut verstehen, mein Sohn hatte ähnliche Probleme.

1.Die Idee jeden Tag mit ihm zu lesen ist gut, doch eine halbe
Stunde ist eindeutig zu lange.
Etwas machen zu müssen, was man eh nicht mag, da ist die
"gefühlte" halbe Stunde noch viel länger "als 30 Minuten".
Ich fände 10 bis allerhöchstens 15 Minuten und dafür aber
wirklich täglich angebrachter.
Das Üben soll ja keine Strafe sein.

2.Du weißt es sicher schon aus Büchern: aber trotzdem:
Immer gutes Vorbild sein und auch mal selbst was lesen.
Und vor allem : Lies auch Du ihm trotzdem oder gerade
deshalb immer wieder Geschichten vor.

3.Bei meinem Sohn haben sich die Schwierigekeiten erst in
der zweiten Klasse - für mich dann immer deutlicher gezeigt -
leider hat die Lehrerin angeraten ihm Zeit zu lassen.
Dies war ein Fehler, denn es muß nun ja auch in anderen
Fächern : HSU und Mathetextaufgaben immer mehr Text
(auch insbesondere in den Probearbeiten - wo es richtig um
Zeit geht) viel gelesen und auch verstanden werden.
Leider weiß ich nicht, aus welchem Bundesland Du kommst:
aber dennoch : ohne Dir Angst machen zu wollen:
Laß ihn von einem Arzt (wir waren in der Kinder- und Jugend-
psychiatrie der Uniklinik) auf seine Lesefertigkeit (kann auch
Schreibfertigkeit hinzukommen - in der nächsten Klasse wird
der Wortschatz der zu schreiben ist größer und die Kinder
können sich nun nicht "mehr alles auswendig merken")
testen.
Ich weiß es klingt schlimm, falls die Diagnose LRS (Legasthenie)
etc. gestellt wird. Bei meinem Sohn war es eine Lesestörung
sowie -zufällig dazu- ADS (also ohne Hyperkaktivität : solche
Kinder fallen dem Lehrer auch nicht auf: da sie ja nicht stören);
er bekommt nun -nach einem Jahr - einem verlorenen Jahr zögern
von uns Eltern - Ritalin LA : seitdem hat sich das
Schriftbild total gebessert und die Noten auch.

Zur Zeit verschlingt er die Bücher der Reihe "Baumhaus",
er ist jedoch nun in der 3. Klasse. Es liest sie selbstständig.
Er empfiehlt: Verschollen auf hoher See (auch ein Baumhausbuch)-
gefällt ihm am Besten - hat er soeben gesagt, als ich ihn
von Dir erzählte).
Über die Bücher der "Milli"-Reihe haben wir uns zusammen
schief gelacht - die habe ich aber vorgelesen.
Für die 1./2.Klasse gibt es sicher empfehlenswertere Literatur.
Ganz toll zum Vorlesen sind auch die "Findus-Bücher" -allein
schon wegen den Bandwurmsätzen.

8) Jedenfalls wünsche ich Dir ganz viel Glück und Mut und ich
finde es toll, wie Du dich engagierst und gleich am Ball bleibst.

:wink: Auch eine Lesestörung ist kein Weltuntergang, auch wenn
ich das zu Anfang dachte.
Wenn ich das mal laienhaft ausdrücken darf: die "anderen" Kinder
haben ein "Wortbildgedächtnis" , einen "Wortspeicher" , mein
Sohn hat soetwas leider nicht, daher die Schwierigkeiten.
Nach wieder einem Jahr - einen verlorenem Jahr warten -
haben wir uns durchgerungen nun mittels Attest einen
Nachteilsausleich in der Schule zu fordern, er bekommt
nun nach Anerkennung durch den Beratungsleher - oder wie
sich das nennt (Schulpsychologen ?) einen Zeitzuschlag
bei den Probearbeiten.
Es ist von der Benotung des Lesens befreit und muß in der
KLasse nichts laut vorlesen.
Leider nutzt er momentan den Zeitzuschlag meist nicht,
aber ich weiß, dass er die Möglichkeit hat.

Es ist für ihn -selbst in der 3. Klasse- schwer zu akzeptieren,
dass er angeblich nicht so gut wie die anderen Kindern lesen
kann - er will es nicht wahrhaben - da muß man harte Arbeit
leisten - auch der psychologische Faktor - das Selbstbewußtsein
sollte man nicht außer acht lassen.
Ja selbst innerhalb der eigenen Familie war es für mich
ein harter Kampf, diesen Nachteilsausgleich endlich zu
beantragen.

Da ich wie gesagt nicht weiß, aus welchem Bundesland
Du kommst, kann ich nun nicht näher ausholen; in
Bayern gilt so ein Attest bis zum Ende der vierten Klasse
und muß dann erneut geprüft werden.

:) Ich wünsche Dir viel Glück !!!

Liebe Grüße
Heidelinde
Heidelinde
 
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