Hallo !
Ich bin seit 5 Jahren Grundschullehrerin in Frankreich und würde mich gerne mal über das deutsche und das französische Grundschulsystem mit deutschen Grundschullehrern austauschen. Ich bin gebürtige Deutsche, Sprachprobleme gibt es daher keine.
Also das deutsche Grundsystem kenne ich ja.
Hier in Frankreich können schon die Allerkleinsten zur Schule gehen. Ab 3 Jahren. Das nennt sich école maternelle. Diese Schule dauert 3 Jahre (Petite Section, Moyenne Section und Grande Section) Ab dem 5. Lebensjahr 3/4 (alle Kinder vom 1.1-31.12 eines Jahres) werden dann in die 1. Klasse (CP) eingeschult, die eigentliche Grundschule (école élémentaire). Sie umfasst 5 Klassen (CP, CE1, CE2, CM1 und CM2). Nach dem CM2 gehen dann alle (zumindest in der Regel ....) Kinder ins Collège. Es wird also nicht ausgelesen, wie in Deutschland. (zumindest theoretisch nicht ...)
Also meine Frage diesbezüglich ist, ob in Deutschland die Lehrer auch so unter dem Druck der Eltern zu leiden haben. Hier ist es mittlerweile so, dass die Eltern sich in alles einmischen (Lehrpläne, Unterrichtsmethoden, Noten, Klassenarbeiten etc.) und zu allem ihren Kommentar abgeben (zumindest in den wohlsituierteren Viertel) und unsere Hierarchie (Schulinspektor) ihnen auch noch rechtgibt, so dass das Arbeitsklima immer rauher wird. Unsere Arbeit ohne rücksichtslos kritisiert wird. Im Gegenzug dazu bleibt noch die Wahl in einer Schule in einem Brennviertel zu arbeiten, in denen die Eltern zwar "abwesend" sind, wir aber eben mit den Schülern zu "kämpfen" haben (Beleidigungen, Beschimpfungen, Gewalttätigkeit) und "normaler" Unterricht manchmal gar nicht möglich ist.
Wie sieht das bei Euch aus ? Wie geht Ihr damit um, quasi alleine mit den Problemen dazustehen ?
Ich hoffe es finden sich interessierte Leute.
Danke schon im voraus
Constanze

