Wie findet Ihr Formulierungen wie diese in einem Zeugnis der ersten Klasse:
"Das Kind bemerkt häufig nicht, dass seine Erzählungen durch zu detaillierte Beschreibungen für die Zuhörer langweilig werden"
Das ganze Zeugnis klingt entsprechend negativ. Unser Kind war daraufhin sehr betroffen und ich bin der Meinung, dass Worte wie "langweilig" subjektiv wertend sind. Man hätte ja auch schreiben können "In Zukunft mußt Du stärker auf die Interessen Deiner Zuhörer eingehen" oder ähnliches.
Gibt es Guidelines für die Formulierung von Zeugnissen in der ersten Klasse? Kann man das Zeugnis irgendwo von neutraler Stelle beurteilen lassen?
Sollten die Kritiken nicht so formuliert sein, dass das Kind Perspektiven sieht, wie es seine Fähigkeiten weiter ausbauen kann?
Ich denke da an Bausteine wie "daran sollte das Kind arbeiten", "hier kann er/sie sich noch verbessern", "daran muss er/sie noch dringend arbeiten", "wenn er/sie sich Mühe gibt, kann er dieses Ziel schaffen".
Die Lehrerin "sieht keinen Anlass zur Änderung". Ich finde es traurig, dass Pädagogen ein erst sechsjähriges Kind persönlich derart in ihrem Selbstwertgefühl kränken.
Wie ist Eure Meinung? Herzlichen Dank für etwaige Einschätzungen!
Einen schönen Tag noch wünsche ich Euch!

