Na ja, die Schnitte haben in der Hinsicht Auswirkungen, dass sie über eine Anstellung nach dem 2. Stex entscheiden. Je besser der erste Schnitt, umso besser ist dann dein Gesamtschnitt, da ja der Notenschnitt vom ersten und zweiten Stex zusammen gezählt und durch 2 geteilt wird. Das ergibt dann deinen Anstellungsschnitt.
Jedes Jahr Mitte Juli (es ist also bald wieder soweit) "verkündet" das Kumi den Anstellungsschnitt. Je nach Lehrerbedarf kann der von 1, 72 bis 2, 24 reichen. Letztes Jahr war er bei 2, 12. Das heißt, mit dieser Anstellungsnote bekamen diejenigen, die auch diesen Schnitt hatten oder besser waren, eine Anstellung als Beamter auf Probe.
Darüber hinaus gibt es noch Superverträge, d.h. man wird als Angestellter übernommen mit Aussicht auf Übernahme ins Beamtentum im nächsten oder übernächsten Schuljahr.
Wenn man " Glück"

hat, dann gibt es befristete Jahresverträge ohne jede Zusage, d.h. man ist ein Jahr als Klasslehrer unterwegs und im nächsten Jahr kriegt man nichts.
Zu Seminarschulen:
Du wirst einem Landkreis zugeteilt, das Schulamt weist dich einer Schule zu. Im ersten Jahr hast du eine Betreuungslehrkraft, bist in ihrer Klasse, hast aber auch 8 Stunden eigenverantwortlichen Unterricht. Das sieht so aus: du kannst in dieser Klasse vielleicht ein paar Stunden übernehmen oder hast in einer anderen Klasse Kunst/Sport/Musik, je nach deinen Didaktikfächern.
Im zweiten Jahr hast du meist eine Klassenführung (ist oft die 3. Klasse) und 15 Stunden eigenverantwortlichen Unterricht. Da bist du dann richtiger Klasslehrer mit allem drum und dran.
Zwei Tage in der Woche bist du im Seminar. Das heißt dann: rumfahren im ganzen Landkreis, da es feste Seminarschulen eigentlich nicht gibt. Mal ist man an der Schule und sieht eine U-Stunde, mal ist man dort und macht nur Theorie.
Wie bereits erwähnt, kann man höchstens Regierungsbezirke als Wunsch angeben. Genauere Landkreise sollten gut begründet sein (pflegebedürftige Eltern, drei Kinder etc..) ansonsten schaut da keiner drauf.
Ich glaube ich habe diesen Bogen im Prüfungsamt bekommen.
Zum Seminar:
Im Seminar bekommt man noch mehr Einblick in die Didaktik der jeweiligen Fächer, also wie man eine Stunde aufbaut, worauf man achten muss. Außerdem wird staatsbürgerliche Bildung und Schulrecht gelernt (braucht man bei mündlicher Prüfung). Ob es Hausaufgaben gibt, hängt vom Seminarleiter ab. Ich hatte Glück, bei uns gab es keine, in anderen Seminaren waren die neben der Unterrichtsvorbereitung sehr mit der Hausaufgabe beschäftigt.
Über das Jahr verteilt hältst du besondere Unterrichtsvorbereitungen. D.h. der Seminarleiter kommt und schaut dir zu und legt dies in deiner Akte an.
Ich weiß nicht mehr ob es drei oder vier UVs sind. Jede UV umfasst jedenfalls drei U-Stunden. Auch Beratungsbesuche und Seminarvorführungen gehören dazu. Eine Kollegin hatte fast alle zwei Wochen entweder UV, oder Beratung oder Seminarvorführung. Bei mir war das nicht so stressig.
Unterricht hälst du in deinen studierten Fächern. Ich hielt im ersten Jahr Deutsch, Mathe, Religion und Kunst, also alle meine Fächer. Bei den Vorführungen muss auch ein nicht studiertes Fach dabei sein, z.B. Sachunterricht/Geschichte.
Oh Mann, das ist jetzt etwas lang geraten! Ich hoffe ich konnte dir die drängensten Fragen beantworten. Wenn noch was ist, melde dich.
Gruß Mara