von Mara » 11.01.2009, 19:00
Da jedes Kind in der Regel durch die Taufe als Baby in eine christliche Konfession aufgenommen wird, ist es wohl auch sinnvoll, dass es die Eigenheiten dieser Konfession auch vermittelt bekommt. Die Gleichsetzung von Evangelisch und Katholisch mit Ethik in Frage 2 ist demzufolge nicht richtig, da Ethik schließlich keine christliche Konfession geschweige denn eine Religion ist.
Da es für jede Konfession einen eigenen Religionsunterricht gibt ist es wohl auch logisch, dass er von einer Lehrkraft unterrichtet wird, die dieser Konfession angehört. Wobei zu sagen ist, auch ein Getaufter (egal welcher Konfession) darf Ethik unterrichten. Umgekehrt natürlich nicht. Ein Bekenntnisloser darf auch nicht "gezwungen" werden, Religionsunterricht zu erteilen.
Ethik mit dazu notwendigem Atheismus gleichzusetzen führt meiner Meinung nach in eine falsche Richtung. Schließlich wird auch im Ethikunterricht auf die verschiedenen Religionen eingegangen.
Darüber hinaus wird auch in einem konfessionsgebundenen Religionsunterricht über andere Religionen informiert. Ich möchte auch betonen, dass konfessioneller Religionsunterricht nichts mit Indoktrination zu tun hat!! Diese Zeiten sind vorbei.
Auch im Religionsunterricht geht es um "ethische", zwischenmenschliche Themen. Mir kommt es manchmal so vor, dass viele meinen, im Religionsunterricht liegt man die ganze Zeit auf den Knieen und betet.
Aber mich beschleicht die Ansicht, dass dieser Thread eher als Provokation denn als Diskussionsanstoß gemeint wurde.
Trotzdem: Der Anstoß des Glaubens ist nicht die alleinige Aufgabe des Lehrers oder der Schule. Es ist die Aufgabe des Elternhauses. Kinder leben vom Vorbild, es fängt nicht erst in der Schule an, sich für "Glaube" zu interessieren. Wie soll es denn glauben können, wenn es im Elternhaus immer hört, dass es keinen Gott gibt und Religion ein nutzloses Fach ist? Deshalb stößt es mir sauer auf, wenn ich dann Sätze höre wie: "mein Kind soll später selbst entscheiden können, welchen Glauben es annimmt".
Mara