Deutsch als Fremdsprache - wichtige Frage

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Deutsch als Fremdsprache - wichtige Frage

Beitragvon Brigantia » 25.09.2011, 12:32

Guten Tag,

ich habe mich ganz neu in diesem Forum angemeldet, weil mir eine Frage unter den Nägel brennt, die mich bald verzweifeln lässt.

Situation ist folgende: Mein Mann kam vor zwanzig Jahren aus dem Ausland nach Deutschland, ich selbst bin Deutsche. Unser jüngerer Sohn wurde im September in Bayern eingeschult. Unsere Kinder sind alle nur einsprachig erzogen.

Nun wurde mir am Freitag von einer Mutter, deren Mann Chinese ist (sie selbst ist auch Deutsche) mitgeteilt, dass sie per Zufall erfahren habe, dass unsere Söhne seit letzter Woche in den Förderkurs 'Deutsch als Fremdsprache' gehen würden. Was mein Sohn da soll ist mir schleierhaft. Deutsch ist seine Muttersprache, er kennt ja nichts anderes und bei uns zu Hause wird nur deutsch gesprochen. Er konnte schon mit fünf lesen und schreiben, hat ein unglaubliches Gespür für Sprache und weiß beispielsweise ohne es erfragt zu haben, dass 'kommen' mit zwei 'm' geschrieben wird. 'Weil man das hört' sagt er.

Nun frage ich mich ernsthaft, was soll mein Kind in diesem Kurs? Schon alleine die Bezeichnung leuchtet mir nicht ein. Deutsch ist für ihn keine Fremd- sondern seine Muttersprache. Was soll denn der Unsinn? Ein weiterer Junge in diesem Kurs ist Sohn türkischstämmiger Eltern. Die aber beide in Deutschland geboren wurden, hier studiert haben und großen Wert darauf legen, dass ihr Kind perfekt deutsch spricht, was er auch tut.

Von der Schule bekommen wir auf Nachfrage nur zu hören, dass wir doch froh sein sollen, dass unsere Kinder gefördert werden. Ich sehe es dennoch nicht ein, weil mein Sohn nicht schlechter Deutsch kann, als jedes andere Kind in der Klasse. Er hat sich nie als 'ausländisch' gefühlt, wird jetzt aber in der Schule damit konfrontiert, 'anders' zu sein, als seine Freunde. Das kann ich so einfach nicht akzeptieren. Auch mein Mann tobt und fragt sich, was er falsch gemacht hat. Er hat sich damals gegen eine zweisprachige Erziehung ausgesprochen mit der Begründung, dass seine Kinder nunmal Deutsche sind und hier leben.

Hat hier jemand eventuell schon Erfahrungen mit einer solchen Situation oder gibt es hier Lehrkräfte, die mir sagen können, nach welchen Kriterien Kinder einem solchen Kurs zugeordnet werden? Bei uns kann es wohl nur der ausländisch klingende Nachname sein.

Danke schon einmal im Voraus,
Brigantia
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Förderzwang aus stundenplantechnischen Gründen?

Beitragvon f.j.neffe » 06.10.2011, 22:34

Du erlebst hier ganz praktisch, dass unsere Schulen in Wirklichkeit Unterrichtsvollzugsanstalten sind.
Als ich in eine meiner Sonderschulen versetzt wurde, wurden meine 10 Schüler jede Stunde auf andere Weise in jeweils drei bis vier Teile zwecks Förderung auseinandergerissen. An der Sonderschule sind ein Drittel der Stunden Förderstunden. Die müssen durchdezogen werden, sonst müsste man ja jeden 3.Lehrer entlassen.
Da die Schule eine amtliche Stelle ist, empfiehlt es sich, einfach formlos zu verlangen, dass das Kind aus dem Förderkurs ausscheidet bzw., wenn schon, ein für seine Fähigkeiten passender Förderkurs eingerichtet wird. Schriftstücke können nachgeprüft werden; drum bekommt man in der Regel schnell einen Bescheid.
Natürlich würde ich sehr freundlich zu meinen Kollegen in der Du-musst-Schule sein. Ihre Starre zeigt ja, wie sehr sie Hilfe brauchen. Als Ich-kann-Schule-Lehrer würde ich auch ihnen den Weg frei machen und ihre Talente mit meiner Achtung stärken.
Ich wünsche Euch guten Erfolg.
Franz Josef Neffe
f.j.neffe
 
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