schule ohne noten

im weit gefassten Sinne - hier soll es auch um grundsätzliche schulische Entwicklungen gehen

schule ohne noten

Beitragvon lissi » 03.09.2005, 13:19

was haltet ihr denn von einer schule ohne noten, also wo es nur verbalbeurteilungen gibt?
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Beitragvon XYZ » 03.09.2005, 15:27

Ich hätte gerne beides! :)
(Die armen Lehrer, die das lesen... normalerweise sind sie ja froh, wenn sie nur noch Noten ins Zeugnis schreiben müssen.... hihi)

Noten ansich finde ich nicht so ganz aussagekräftig.
Bei meiner Tochter z.B. ist es in MAthe so, dass sie super logisch denken kann, den Stoff sicher beherrscht, viel mehr im Unterricht schafft, als gefordert ist, sich immer beteiligt, gerne Knobelaufgaben macht...
Allerdings ist sie manchmal etwas schnell- rechnet dann z.B. minus statt plus oder rechnet richtig das Ergebnis aus und schreibt dann statt 699 - 966:wink:
Darum schreibt sie in Mathe halt meistens "nur" 2en und bekommt dementsprechend "nur" eine 2 auf dem Zeugnis.

Ein anderes Kind, schafft die in der Schule geforderten Aufgaben, aber kein Zusatzmaterial, schreibt nur durch viel üben zu Hause 2en. Und alle beide bekommen auch eine 2 auf dem Zeugnis- alle beide vollkommen gerechtfertigt.

Will damit sagen, die Note ansich sagt doch soooo viel nicht aus!
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Beitragvon sabine » 04.09.2005, 17:45

hallo in die runde, zum thema noten:

mich würde in diesem zusammenhang interessieren, welche erfahrungen
hier im plenum mit dem übergang von beurteilung auf note
gemacht wurden. hat sich das lernverhalten der kinder durch den übergang merklich geändert? meine tochter ist jetzt im 4. und wird jetzt erstmals
noten erhalten. ich glaube fast, ich habe mehr bammel davor als sie.
denn die beurteilungen und die gespräche mit den lehrerinnen haben mich
immer von den aussagen und dem stand meiner tochter überzeugt - ich meinte sie in den beurteilungen wiederfinden zu können, kann aber auch, wenn ich mal ganz ehrlich vor mir bin, nicht ausschließen, dass ich
bereitwillig die beurteilung als positiver gesehen habe, als sie vielleicht
ausfallen sollte....
es könnte ja jetzt ein böses erwachen geben, zumal jetzt die bewerbung zur weiterführenden schule ansteht.
bei der gelegenheit kann mir ja noch mal jemand sagen, ob im falle des schulwechsels bei gleichzeitigem ortswechsel persönliche gespräche zwischen dem neuen und alten schulleiter üblich sind, oder ob der eindruck oder gar test des kindes bei der vorstellung entscheidend ist?

grüße in die runde
sabine
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Beitragvon XYZ » 04.09.2005, 18:05

Hallo!

Du bist auch aus NRW? Auf was für einer Schule gibt es denn erst ab der 4. Noten?
Unsere Tochter war total noteng.eil :lol: als es endlich welche gab.
Leider ist sie mit 2en ziemlich unzufrieden... sie setzt sich selbst ziemlich unter Druck, um 1en zu schreiben. In den ersten beiden Schuljahren war es entspannter...

"Einstellungs-Test" auf der weiterführenden Schule? Habe ich ebenfalls noch nichts von gehört. Gespräche mit den Schulleitern sind wohl nur bei Sonderfällen (ADS, LRS, Klassenkonferenzen...) die Norm.

Bei uns werde alle Kinder mit einer Gym-Empfehlung auch am örtlichen Gym angenommen, bei Realschule ist es das Gleiche. Unser Gym nimmt sogar ohne mit der Wimper zu zucken, Kinder die nur eine Realschulempfehlung haben. Die Schule muss schließlich voll werden... Probleme gibt es hier, einen Platz auf einer Gesamtschule zu ergattern! Da wird per Losverfahren entschieden, da die einen Riesenandrang haben!

Erzähl mal noch was zu eurer Schule... hört sich interessant an! :)
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Beitragvon sabine » 04.09.2005, 19:38

hallo,
ja ich bin aus nrw und bis zu den landtagswahlen war das verfahren
an unserer schule so - wie ich dachte wie an allen schulen - dass die
notenpflicht für das 4. schuljahr besteht, im 3. schuljahr allerdings dem
beschluß der schulkonferenz überlassen blieb. unsere schule hatte sich
hier seit vielen jahren für die weiterführung der beurteilungen im 3. schuljahr entschieden. sowohl im kollegium als auch unter den "erfahren" eltern, die also vergleichsmöglichkeiten hatten, waren die erfahrung so positiv, dass es immer sehr leicht war, das votum, das im vorfeld der schulkonferenz bei den eltern der 1. und 2. jahrgänge eingeholt wurde, auch mehrheitlich für
das beurteilungszeugnis zu erhalten.
nach der landtagswahl dieses jahr - welch ein wunder - fiel das elternvotum völlig entgegengesetzt aus - (im vorauseilenden gehorsam?) so dass in der
schulkonferenz dieses votum anerkannt wurde und im künftigen 3. schuljahr wie an allen grundschulen unserer stadt benotungen stattfinden.

ich kann allerdings nur sagen, dass ich vermutlich dieser "friedlichen"
welt hinterhertrauern werden. anfangs mußte ich mich zwar bremsen um nicht immer diese vergleichenden fragen " wieviel fehler hat denn xyz oder ist abc besser als du?" loszulassen, denn zumindest die maßstäbe in denen ich dieses schlechter und besser gewohnt war zu messen, galten bisher offensichtlich nicht für meine tochter. zwar vergleichen sich die kinder und können gegenseitig ihre stärken und schwächen einordnen aber es hat insgesamt einen viel sozialeren charakter als dieser notenvergleich an den ich mich noch erinnern kann. vorallem spiegelt es ja wirklich fähigkeiten besser wieder.

auf das problem mit dem test bin ich gekommen, weil ich das von einer freundin hörte, bei der allerdings trotz gym-empfehlung beim bundesland wechsel ein test nötig war. aber ich fragte mich eben auch, ob dies uns blühen kann, da wir die region zum ende des schuljahres verlassen wollen und in einer völlig neuen stadt ein schulischer neuanfang ansteht. und es ist nun doch so, dass man sich innerhalb einer stadt kennt und personen besser einschätzen kann, allein vom hören-sagen. und ein kind muß vielleicht nicht so von sich aus seine fähigkeiten unter beweis stellen, wenn dem schulleiter bekannt ist "ach, schule sounso ... lehrer sind bekannt, schwerpunkte bekannt, benotungsgepflogenheiten bekannt"

zum thema noten noch: erzählte eine lehrerin mit einführung der noten hätten die kinder sonderaufgaben nur widerwillig erledigt - wenn es keine note gibt, dann wird auch nicht gearbeitet! solche effekte sind ja wohl nicht im sinne des erfinders!

so - gleich informiere ich mich mal beim wahlduell, was es denn da zur bildungspolitik gibt -
einen schönen sonntagabend
sabine
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Beitragvon edtou » 06.09.2005, 17:59

liebe sabine!
zu deinen fragen kann ich nur sagen, dass ich oft das gefühl habe, dass eltern UND kinder der beurteilung durch noten entgegen fiebern. klar ist dieses beurteilungsraster sehr viel gröber als ein gutachten, gar keine frage. ich hab aber auch oft das gefühl, dass manche eltern die gutachten nicht so ernst nehmen. wenn im 3. schuljahr beispielsweise im zeugnis noten und beurteilungen zum arbeits- und sozialverhalten stehen, wird nur auf die noten geguckt.
von tests beim übergang auf die weiterführenden schulen hab ich hier in nrw noch nichts gehört.
du willst wissen, inwieweit sich die lehrer der alten und der neuen schule kennen. eine zusammenarbeit ist meines wissens eher selten. aber es gib sie so genannten erprobungsstufenkonferenzen, zu denen die grundschullehrer auch immer eingeladeden werden. zwar wird meist im schnellverfahren über jedes einzelne kind gesprochen, aber für manche haben sich die lehrer doch auch erstaunlich viel zeit genommen. die meisten lehrer der weiterführenden schulen waren außerordentlich an informationen interessiert. natürlich ist damit nicht gemeint, dass man die kinder sozusagen verpetzt... eher in dem sinne, welche fördermaßnahmen besonders gut gegriffen haben, welche besonderen tricks gut funktioniert haben, spezielle probleme, die ein kind belasten. manchmal ist dabei auch von erfahrungen die rede, die man mit den eltern gemacht hat. die erprobungsstufenkonferenzen finden zweimal im jahr jeweils in der 5. und 6. klasse statt. natürlich ist man nicht verpflichtet, hinzugehen. aber ich hab das eigentlich immer gemacht, obwohl das sehr zeitaufwändig ist.
ich wollte immer ganz gern wissen, wie die kinder sich eingelebt haben und natürlich auch, ob meine einschätzung und mein rat der richtige gewesen ist. was mich regelmäßig geärgert hat, ist, dass wir zwar von den gymnasien, den realschulen und der katholischen hauptschule- schon viel seltener- eingeladen werden, aber niemals von der städtischen hauptschule. die kinder, die dorthin gehen, liegen mir nicht minder am herzen und mein interesse ist für sie genauso groß wie für die anderen.
kapier ich nicht.
dir einen schönen abend
liebe grüße
e.
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Beitragvon sabine » 07.09.2005, 18:31

hallo edtou,
danke für die antwort - es stimmt schon dass wir als eltern den noten entgegenfiebern, aber eben mit sehr gemischtem gefühl. ich glaube ich habe eher angst, es könnte nicht so gut ausfallen, wie ich es aus den bisherigen beurteilungen herausgelesen habe. gerade deine aussage zu den noten in sozialfverhalten wundert mich aber zutiefst - wie man auf einer notenskala die "kopfnoten" abbilden will ohne die kinder gleichzumachen ist mir nicht klar! das leuchtet bei lernzielen - kann sie rechnen - kann sie rechtschreibregeln anwenden .... - doch viel eindeutiger.

kann ich da noch eine frage zum schulwechsel mit ortswechsel loswerden?
wenn der umzug erst zum schuljahresende erfolgt, muß ich doch die anmeldetermine in unserer gemeinde wahrnehmen, oder? kann ich mich vielleicht auch schon in der neuen heimat anmelden?

übrigens muß ich einfach mal lob loswerden: deine beiträge sind wirklich stets lesenswert (auch wenn es was von voyeurismus hat, andere beiträge zu lesen, oder) und ich finde sie absolut hervorhebenswert. ich glaube ich hätte dich gerne als lehrerin gehabt!! nur weiter so.

liebe grüße
sabine
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Beitragvon Marcus » 28.08.2006, 16:06

8) Ich finde das schon richtig, wie das bis jetzt gehandhabt wird. Innerhalb der ersten beiden Schuljahre ist es sicherlich nicht ratsam, Schulnoten zu vergeben, danach sollten sich Kinder aber schon an den Leistungsdruck, der auf sie zukommt, gewöhnen. 8)
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