Hallo Helloween!
Ich habe zwei ADHS-Kinder hier zuhause. Beide mit total unterschiedlichem "Krankheitsbild" und ich habe auch so meine Erfahrungen mit "alternativen Medikamenten" gemacht.
Zuerst einmal sollte man bedenken das es auch mit Placebos zu einer Spontanverbesserung kommen kann. Man sollte den psyochologischen Effekt nicht unterschätzen.
Von einer "nachgewiesenen Wirksamkeit" kann man erst sprechen wenn eine Substans über einen zeitraum von mind. 6 Monaten gegeben wird.
Ich kenne das "Zappelin" weil ich damals auch jeden Stohhalm dankbar angenommen habe der sich mir bot. Bei meinem ältesten Sohn kam es auch zu einer Verbesserung, die allerdings nicht lange anhielt. Außerdem sollte man nicht vergessen das auch "natürliche" Substanzen (man nennt ja auch Kräuterauzüge "Drogen"

) Nebenwirkungen haben können.
Was man wirklich nicht vergessen sollte ist, daß es sich bei einer diagnostizierten ADHS um eine Gehirnstoffwechsel Erkrankung handelt. Diese Erkrankung hat nicht unerhebliche Risiken!!!
Z.B. haben ADHS´ler eine wesentlich höhere Suchtgefährdung, Depressionsneigung und leiden nicht zuletzt unter ihrem Entwicklungsrückstand im Bereich "soziale-emotionale Entwicklung".
Dazu kommen dann u.U. noch Schwierigkeiten im Wahrnehmungs-und kognitiven Bereich.
Ich möchte hier nun ungerne ein "Statement" für Rialin o.ä. beginnen, aber ich bin der Meinung das diese "Erkrankung" oftmals viel zu sehr auf die "leichte Schulter" genommen wird.
Sicherlich machen Eltern es sich nicht einfach ihrem Kind "Psychopharmaka" zu verabreichen, aber ich vergleiche diese Medikation gerne mit einer Diabetes.
Einen Kind mit einer solchen Erkrankung würde man das Insulin auch nicht vorenthalten. Sicherlich könnte es auch ohne Medikament überleben, aber die Folgeerkrankungen wären katastophal!
(Blindheit, Durchblutungsstörungen usw.)
Du hattest darauf indirekt darauf hingewiesen das Ritalin, oder ähnliche Präparate, Nebenwirkungen haben.
In unserem Fall, und mein ältester Sohn bekommt seit über 5 Jahren so ein Medikament, hat es bis heute keine Nebenwirkungen gegeben.
Ich selber bin im Bundesverband Aufmerksamkeitsstörung / Hyperaktivität organisiert und der Anteil von Kindern die mit den Medikamenten nicht zurechtkommen ist verschwindend gering. Und selbst dann gibt es genügend Alternativen um den Kindern zu helfen.
Was mich immer noch sehr verwundert ist die Tatsache das immer noch behauptet wird Ritalin mache süchtig!
Das stimmt definitiv nicht!! Würde das Medikament süchtig machen würden ADHS´ler ja nicht permanent ihr Medikament vergessen. Ich jedenfalls bin morgens echt gefordert das meine 2 Jungs ja nicht "ohne" das Haus verlassen.
Wäre es anders würden beide schon eine Stunde früher zitternd nach der "Pille" verlangen.
Ich denke mal, daß noch seeeehr viel Aufklärungsarbeit nötig ist damit diesen Kindern wirklich effektiv geholfen wird.
ADHS heißt nämlich nicht ein Kind "ruhiger" zu bekommen sondern den Dopaminstoffwechsel zu korrigieren und somit eine normale Verbindung zwischen den Synapsen herzustellen.
LG Andrea