Schulwechsel???

Schulwechsel???

Beitragvon cay » 30.06.2006, 22:35

[color=darkblue]Ich bin momentan sehr ratlos und hoffe, dass mir hier jemand einen guten Rat geben kann.
Wir sind vor ein paar Jahren aus der Stadt auf ein Dorf gezogen. Die Kinder waren in der Stadt in einem normalen Kindergarten und kamen beide dort prima zurecht, hatten Freunde und besuchten die Einrichtung sehr gern.

Hier im Kindergarten war dann plötzlich alles anders. Bei meiner Tochter war es besonders schlimm. Sie wurde wegen ihrer Brille gehänselt und die Kindergärtnerin zeigte sich in keinster Weise an einer Problemlösiung interessiert und meinte nur, dass meine Tochter übertreibe. Es kam, was kommen musste und sie wollte nicht mehr in den Kindergarten gehen und verschloss sich völlig, hatte keine Freunde, spielte immer allein und war oft traurig. Ihr Bruder, dem der Wechsel leichter fiel, nahm ab da eine stark beschützende Haltung an, welche sich verstärkte als seine Schwester ernsthaft krank wurde. Als sie wieder den Kindergarten besuchen konnte, war sie noch mehr der Sonderling als zuvor, da sie nun einen körperlichen Makel aufwies.Ihr Bruder wurde ein Jahr vor ihr eingeschult. In dieser Zeit brauchte es viel Überredung sie zum Gang in den KIndergarten zu bewegen. Sie entwickelte sich zu einer kleinen Zicke, die von sich behauptete, dass sie keine Freunde benötige und so verhielt sie sich auch. Mit ihrem Wechsel in die erste Klasse wurde das leider nicht besser, da ja ihre Kindergartengruppe fast geschlossen in die erste Klasse überging. Sie ist eine gute Schülerin, was die Schulleistungen anbelangt, aber sie stört laut den Lehrern ständig den Unterricht. Über meinen Sohn wird ähnliches berichtet, bzw. ist er verhaltensauffällig - er schlägt sich mit anderen (teilweise im Auftrag seiner Schwester), hält sich nicht an die Klassenregeln etc.

Im familiären Umfeld hat sich nichts geändert, was so einen Verhaltenswechsel erklären könnte. Vielmehr glaube ich, dass es eher ein Integrationsproblem ist. Ich selbst konnte mich bis heute nicht in die dörfliche Gemeinschaft eingliedern und dabei habe ich es wirklich immer wieder probiert. Hier gibt es keine neuen Eigenheimsiedlungen, sondern wir haben ein altes Haus gekauft. Wir sind also als Neulinge eingedrungen.

Die Lehrer in der Schule kennen sich alle und sind befreundet. Nicht nur untereinander, sondern auch mit den Eltern der anderen Kinder - was Elternabende besonders angenehm macht!

Meine Tochter verlangt von mir einen Schulwechsel und mittlerweile ziehe ich diese Möglichkeit für beide KInder in Betracht. Sie kommen beide nicht klar und ich weiß nicht, was schief läuft. Lehrergespräche bringen nichts, auch der Gang zur Schulleitung brachte keine Verbesserung. Obwohl mein Mann und ich sehr kooperationsbereit waren.

Eine lange Vorgeschichte, die sicher total verwirrend ist.
Ich sehe keine Möglichkeit die derzeitigen Probleme lösen zu können, wenn die Kinder weiter an dieser Schule und in diesem Umfeld bleiben. Deshalb würde ich gern einen Schulwechsel für das nächte Schuljahr für beide Kinder anstreben. Nun habe ich aber in verschiedenen Foren gelesen, dass sich ein Schulwechsel ohne Wohnortswechsel schwierig gestalten könnte. Kann mir jemand diesbezüglich weiterhelfen bzw. hat damit Erfahrungen wie ich den Vorgang gestalten müsste?

Ich bin für jeden Ratschlag und Hinweis dankbar.

Viele Grüße
Cay[/color]
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Beitragvon XYZ » 02.07.2006, 0:02

In welchem Bundesland lebst du?
Das ist verschieden...

Ich würde erst mal bei den in Frage kommenden Grundschulen anrufen und das Problem schildern... mir die Schulen ansehen etc.
XYZ
 
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Beitragvon Jomi » 02.07.2006, 11:29

Hallo Cay,

das muß ja ganz furchtbar sein, wenn Du Deine Kinder, insbesondere Deine Tochter, so leiden siehst! Kinder können wirklich grausam sein, aber meistens gehen solche Geschichten von den Eltern aus. Du beschreibst ja selbst, daß auch Ihr Erwachsene nicht in die Dorfgemeinschaft integriert seid.
Wie es sich nun mit einem Schulwechsel verhält, ob dieser möglich ist, kann ich Dir leider nicht sagen.
Ich weiß ja nun nicht, wie verfahren die ganze Geschichte ist, deshalb mache ich Dir hier mal einen Vorschlag:
Es ist doch jetzt Sommer und falls Ihr die Möglichkeit zum Grillen habt, dann könntet Ihr doch vielleicht mal ein Kindergrillfest (z.B. unter einem bestimmten Motto, oder mit Stockbrotbacken, oder mit einer Schnitzeljagd etc.) organisieren, wo Deine Kinder diejenigen Kinder einladen, die sich bisher noch am offensten gezeigt haben.
Voraussetzung ist natürlich, daß das Ganze überhaupt angenommen wird, es wäre aber vielleicht eine Möglichkeit, Deine Kinder mehr zu integrieren.
Am Hilfreichsten und Effektivsten ist aber sicherlich, den Kontakt über die Eltern herzustellen, dafür muß man vielleicht auch mal über den eigenen Schatten springen. Du hast geschrieben, Du hast es schon auf verschiedene Art und Weise versucht, Kontakt zu bekommen, hast Du die folgendenMöglichkeiten auch schon ausprobiert? Ihr habt doch sicher in Eurem Dorf irgendwelche Vereine? Falls da irgendetwas in Deinen Interessenbereich fällt, wäre das auch eine Möglichkeit, in Kontakt zu kommen. Sicherlich ist das bei sturen Einheimischen sehr schwierig und auch ein komisches Gefühl, da irgendwo "reinzuplatzen", aber möglicherweise würde sich Dein Mut bezahlt machen.
Das sind jetzt alles nur Ideen, da ich mir eine solche Situation sehr schwer vorstelle und Euch gerne irgendwie helfen würde. Vielleicht probiert Ihr es ja mal aus.
Mir fällt gerade noch was ein. In der Sommersaison sind doch auf den Dörfern oftmals irgendwelche Festivitäten. Wenn man sich da als Zugezogener mal sehen lässt, zeigt das den Einheimischen, daß man Interesse an der Gemeinschaft des Dorfes hat und daß man zur Integration bereit ist. Ganz falsch wäre sicherlich, sich komplett aus dem Dorfgeschehen zurückzuziehen, da man dann im Allgemeinen als arrogant und überheblich abgestempelt wird, wenn dem auch sicher nicht so ist.
Ich hoffe nun, daß ich Euch vielleicht ein paar brauchbare Anregungen habe geben können und drücke Euch die Daumen, daß Ihr einen Weg findet, wenigstens ein paar wenige Leute und Kinder für Euch gewinnen zu können. Gebt nicht auf, zeigt Euch hartnäckig, manchmal muß man sich erst die Zähne ausbeißen, um an sein Ziel zu kommen.

Liebe Grüße, Tanja

Ps.: Mir ist noch was eingefallen. Auf manchen Dörfern erwarten die Leute, wenn jemand neu zugezogen ist, daß man die direkten Nachbarn mal zum Kaffee oder zu einem kleinen Umtrunk einläd, vielleicht habt Ihr ja die Möglichkeit, das noch nachzuholen. Es wird sicher niemand so unhöflich sein, eine solche Einladung einfach abzuschlagen. Wenn diese Leutchen dann ihre Neugier, die sicher vorhanden ist, gestillt haben, zeigen sie sich eventuell kooperativer.
Jomi
 
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